Das Abenteuer Raduta See - Bericht aus dem Jahr 2000

 

So fing alles an!

Jürgen Becker wollte im Frühjahr 2000 eine Kurzsession am Main machen, mein Gerätehändler, Norbert Ulshöfer rief mich an.

Er fragte mich ob ich Zeit habe, denn Jürgen Becker wäre im Geschäft, er wollte im Main fischen und ob ich ihm ein paar Plätze zeigen könnte.

Natürlich willigte ich ein und fuhr mit Jürgen und seinem Bekannten an den Main.

Ich sagte Jürgen, dass die Zeit am Main nicht gerade optimal sei, denn das Hochwasser ist erst vor ca. 2 Wochen zurückgegangen. Außerdem ohne einen Platz vorzufüttern, hat man sowieso kaum eine Chance einen Karpfen zu fangen.

Da meinte er nur, dass er es weiß, aber er wollte trotzdem
3 - 4 Tage angeln.

Mais wollte er nicht füttern, sondern Tigernüsse und Boilies. Es kam wie ich es ihm vorher gesagt hatte!
Die Karpfen im Main wollten nicht beißen.

Norbert und auch andere Karpfenangler waren öfters am Platz, wir sprachen über dieses und jenes, bis die zwei von Rumänien anfingen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Jürgen sagte, dass er im Oktober 3 Wochen am Raduta - See angeln wolle; Norbert mit einem Bekannten auch, aber nur 1 Woche.
Als Jürgen sagte, flieg doch mit den beiden und fische mit mir 1 Woche, da hatte es mich gepackt.

 

Jürgen und sein Bekannter brachen die Session am Main nach
3 Tagen ab und fuhren wieder heim, aber ich hatte immer noch diesen Gedanken im Kopf. " Raduta - See " !!

Ich schwärmte bei meiner Frau solange, bis sie zu mir sagte: flieg doch hin!

Ich fuhr zu Norbert und teilte ihm die frohe Botschaft mit, er sagte mir gleich, was da finanziell auf mich zukommt. Da musste ich mich erst einmal Schlucken, egal dachte ich mir, ich fliege mit.

So war auch dieses " Baby " geboren!

Norbert organisierte den Flug nach Rumänien und die Woche am Raduta - See.

Die Zeit verstrich ziemlich schnell, der Tag der Abreise war gekommen. Wir trafen uns am Frankfurter Flughafen, insgesamt waren wir 5 Mann, Rolf, Norbert, noch zwei Karpfenangler aus dem Frankfurter Raum und Ich. Das Einchecken, der Flug nach Bukarest und das Auschecken klappten wunderbar.

Wir besorgten uns ein Visum, das es am Flughafen gab, noch bevor wir durch die Kontrolle waren. Dann wurden die Reisepässe kontrolliert und wir konnten zur Gepäckausgabe, da war ein reges Treiben. Doch wir hatten alle Glück, denn unser Gepäck kam ziemlich schnell und es war komplett alles da. Noch schnell den Gepäckwagen beladen und ab Richtung Flughafenausgang, wo wir schon von einem Guide erwartet wurden. Das Gepäck war schnell in dem Kleinbus verstaut, den der Guide mitgebracht hatte.

Nun konnte das Abenteuer Rumänien beginnen.

Nach einer Fahrzeit von ca. 1 Stunde, waren wir am See. Der Transfer vom Flughafen zum See war ein Erlebnis, man kann es nicht beschreiben, man muss es selbst erlebt haben. " Löcher in der Straße, so groß das man ein Auto darin verstecken kann, oder die Pferdewagen die ohne Beleuchtung herumfahren". Das nur mal nebenbei erwähnt!

Als wir an der Lodge waren begrüßte uns ein anderer Guide, der uns mit einem Motorboot, dass ein Ruderboot im schlepp hatte, zu unserem Platz brachte.

Der Guide, der übrigens " Ion " hieß, wusste ganz genau wo er uns hinbringen sollte, dass hatte Jürgen alles vorbereitet.

Als wir am Platz ankamen, begrüßte uns Jürgen, ich lud mein Tackle aus. Es war nicht viel, denn Jürgen brachte einen Großteil, mit dem Auto für mich mit.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Norbert und Rolf bauten ihr Camp ca. 300 m links von mir auf. Jürgen hatte mein Dome schon hingestellt, ich brauchte nur das Feldbett aufzubauen und schon war mein Lager fertig und außerdem hatte er für mich 2 Bojen gesetzt.

Das 1 Mann Dome, Feldbett und Gaskocher hatte uns Robert Raduta zu Verfügung gestellt.

Norbert und Rolf mussten ihr Camp noch aufbauen, dass war kein Problem, denn wir hatten einen schönen sonnigen Tag mit leichtem Wind!

Ganz kurz zum Feldbett: Ich habe zwar ganz gut geschlafen, aber der Bezug des Feldbettes ist ziemlich dünn, so dass es von unten, doch recht kalt war. Ist halt kein Chub Bedchair!

Kurze Besprechung mit Jürgen wo ich angeln sollte, er sagte zu mir, dass ich auf die 2 linken Marker fischen sollte, mit je zwei Ruten.

Als ich meine Dreibeine, mit Bissanzeiger und Swinger aufgebaut hatte, konnte ich meine Ruten fertig machen, die in einem Transportrohr eingepackt waren.

Die Schlagschnur hatte ich schon an der Hauptschnur befestigt, also die Inline Bleie eingefädelt, noch ein Wirbel an die Hauptschnur geknotet und Vorfach eingehängt, dann konnte es losgehen.

Die Boilies ans Haar befestigt und schon konnte die Rausschlepperei mit dem Banana Boot beginnen, die Entfernung vom Ufer bis zu meinen Angelstellen waren ca. 200 m weit entfernt.

Das Rausschleppen der Montagen viel mir nicht schwer, da die Wetterverhältnisse recht gut waren.

Ich fütterte pro Rute etwa 30 Boilies zum Hakenköder dazu, wir fischten nur Enforcer Fertig Boilies " Fisch Liver und Hemp 20 mm ".

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wir fingen in den ersten zwei Tagen und Nächten nur kleine Karpfen, den größten bis dahin fing Jürgen, es war ein Spiegler von ca. 26 PF.

Norbert und Rolf fingen weit aus weniger Fische, in der gleichen Zeit.

Mir fiel auf, dass mehrere Fische immer an der gleichen Stelle sprangen. Sie sprangen ca. 300 m rechts von uns mitten im See, Jürgen sagte zu mir, dass es ihm auch aufgefallen ist, aber er konnte sich das nicht erklären, denn dort ist der See wie eine Badewanne, keine Kante oder sonst irgendeine Unebenheit auf dem Gewässergrund, meinte er.

Wir beschlossen trotzdem noch eine Nacht an diesem Platz zu angeln mit der Option, wenn nichts gescheites beißt, umzuziehen.

In der dritten Nacht hatten wir zwar Bisse, aber an der Größe hatte sich nichts geändert.

Morgens als der Guide Ion kam, erzählte er uns, dass eine Gruppe von deutschen Anglern einen Fisch von über 25 Kg gefangen hätten.

Jürgen und ich diskutierten, ob wir umziehen oder nicht, denn es wurde im ganzen See nicht gerade gut gefangen.

Ich sagte zu Jürgen, dass es O.K. ist, dass überhaupt Fische beißen, aber das ich wegen der kleinen Karpfen nicht hierher geflogen bin.

Während dessen, Sprang wieder so eine " Kuh " aus dem Wasser, es war an der Stelle ca.300 m rechts von unserm Camp. Wir schauten uns nur an, es war beschlossene Sache, wir zogen um ca. 300 m nach rechts!

Bevor wir unsere Dom `s aufbauten kam die Frage auf, wer fischt wo? Jürgen überließ mir die Platzwahl, ich entschied mich für die rechte Seite!

Rolf und Norbert übernahmen unseren alten Platz, der ja Fische gebracht hatte. Auf jedem

Fall war der Platz fängiger als der, den sie vorher hatten.

 

Als das Camp aufgebaut war, die Dreibeine standen, war es schon mittags gegen 14 Uhr. Wir machten uns ans loten, zuerst meinen Platz. Ich hatte Probleme, meiner Meinung nach auf der rechten Seite, vernünftige Plätze zu finden, da die Scharkante zum alten Flusslauf mit Bäumen übersät war.

Mir blieb nichts anderes übrig, ich setzte zwei Bojen in zwei verschiedenen Weiten, die eine platzierte ich in 3,5 m und die andere in 4,5 m Wassertiefe, mit genügend Abstand von denn versunkenen Bäumen. Ich hatte natürlich den Gedanken im Hinterkopf, dass die Karpfen zwischen den Bäumen stehen, da sie mit Dreikantmuscheln übersät waren. Ich wollte eine Futterspur von denn Bäumen zu meinen Angelplätzen anlegen.

Ich hatte noch ein kleines Problem mit der Weite vom Ufer bis zu meinen Marker, sie waren zwischen 250 m und 300 m entfernt. Zum Glück hatte ich meine 4500 US Baitrunner dabei. Ihr könnt es glauben oder nicht, als wir unser Camp am neuen Platz aufgestellt hatten, sprang natürlich kein Karpfen mehr.

Dann war die linke Seite mit Erkundung dran!

Wir fanden den Platz, an denen die Fische sprangen. Es war ein kleines Plateau, an dem Jürgen sogleich eine Boje setzte. Er hatte mehr Glück mit der Seite an der er fischte, denn an der Scharkante waren keine Bäume. Dort setzte er zwei Marker und die Futterplätze waren nicht so weit zum Ufer, wie meine. Die Loterei dauerte doch länger als wir dachten, denn es war schon wieder 16 Uhr vorbei.

Wir beköderten unsere Ruten neu und fuhren sie auf unsere Plätze, pro Rute fütterten wir noch ca. 50 Boilies dazu. Wir machten uns in dieser Nacht keine große Hoffnung.

Mittlerweile war es 18 Uhr, Ion brachte unsere Lebensmittel, die wir am Morgen bei ihm bestellt hatten, außerdem berichtete er uns jeden Tag was gefangen wurde.

Das Essen, das es normalerweise gibt, war ungenießbar, deshalb entschlossen wir uns selbst zu kochen, dass heißt eigentlich kochte " Norbert " ,der gelernter Koch ist. Er zauberte uns, nicht über trieben ein super Essen, dass wir 4 zusammen einnahmen. Bevor Ion zur Lodge zurück fuhr, sagten wir ihm das er am nächsten Morgen " 2 Eimer Mais " mitbringen sollte, da es schon Dunkel wurde beeilte er sich besonders, sonst hätte er bei uns Übernachten müssen. Wir wollten jeder eine Stelle mit Mais präparieren.

Die erste Nacht am neuen Platz verlief ziemlich ruhig, wir fingen 2 Grasfische das war's.

Gegen Morgen kam Ion mit unserem Mais und der Nachricht, das in der Nacht ein Fisch von über 20 Kg gefangen wurde, dass steigerte unsere Stimmung nicht gerade.

Ich fütterte an einer Stelle großflächig, mit Mais und Boilies und da der Wind immer stärker wurde, entschied ich mich noch eine Futterstelle in Ufernähe anzulegen, die ich vom Ufer aus anwerfen konnte. Wir hatten Gegenwind, der gegen Abend immer stärker wurde, so das es fast unmöglich war, mit dem Banana Boot die Futterstellen anzufahren.

In der darauffolgenden Nacht hatte ich mehrere runs, aber leider waren keine großen Fische dabei. Auch die Graser sind wieder über meine Hakenköder hergefallen, 3 Stück hatten an meinen Boilies Geschmack bekommen.

Gegen 4.30 Uhr fing ich einen Schuppi von ca. 27 Pf. Jürgen hatte leider keinen run in dieser Nacht, obwohl er eigentlich die besseren Plätze befischte. Tagsüber biss überhaupt nichts, außerdem wurde der Wind stärker!

Ich hatte noch eine Nacht und einen Tag vor mir, na ja da war die Woche schon wieder vorbei, ich dachte mir, da muss doch ein dicker Karpfen in unserem Gebiet herumschwimmen.

Ich fütterte noch mal einen ganzen Eimer Mais, weit verstreut auf meinem Futterplatz und ca. 20 Boilies zum Hakenköder dazu. Den Mais hatte wieder Ion vorbei gebracht.

Wir beköderten unsere Ruten neu und die Rudertour konnte beginnen, als die Arbeit verrichtet war trafen wir uns mit Norbert und Rolf zu einem letzten Abendessen.

Wir redeten über verschiede Sachen und tranken noch ein paar Bier, bis es zum draußen sitzen zu kalt war. Bis ca. 24 Uhr hatte ich 4 Graser gefangen bis ca. 28 Pf, Jürgen hatte keine Bisse mehr, auch nicht auf dem Plateau wo sich die Karpfen gezeigt hatten.

Der Wind wurde immer stärker, ich war froh das alle meine Fallen im Wasser waren. Ich fing noch zwei Grasfische, wo ich aber verzichtete meine Ruten wieder rauszurudern, denn die Wellen waren mittlerweile so hoch, das dass Banana Boot
abgesoffen wäre.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dafür hatte ich ja den Futterplatz in Wurfdistanz angelegt, der aber leider keinen Fisch brachte. Jürgen fing einen Graser, so gegen 3 Uhr, er fuhr auch nicht mehr raus.

Gegen 4 Uhr hatte ich einen schönen run, wie sich später rausstellte, war es ein Schuppi von 34 Pf, ich dachte, na wenigstens einen von über 30 Pf, besser als gar nichts!

Ich sackte den Carp ein, um wenigstens einen Fisch zu fotografieren, ich hatte nur noch eine Rute auf dem Futterplatz vor den Bäumen, diese sollte aber auch nicht mehr lange liegen.

 

 

 

 

 

 

 

 

Noch ein Graser von ca. 25 Pf konnte meinem Boilie nicht widerstehen, dass war Pech, alle Ruten am Uferplatz, der nicht produktiv war. Ich hätte am liebsten meine Ruten wieder raus- gerudert, aber es war unmöglich bei diesem Wind.

Der Wind ließ auch am Morgen nicht nach, so das wir keine Chance hatten unsere Montagen rauszuschleppen. Jürgen machte ein paar Bilder vom Karpfen und mir, danach ließ ich den Fisch wieder schwimmen. Gegen Mittag packten wir zusammen, alle auch Jürgen, der einen anderen Platz befischen wollte.

Norbert, Rolf und ich packten alles für den Abflug, Ion brachte uns bei dem starken Wellengang mit dem Motorboot in die Lodge. Wir verabschiedeten uns von Jürgen, der noch 2 Wochen fischen wollte.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Eine Nacht mussten wir noch in der Lodge verbringen, weil unser Flieger erst am nächsten Morgen gegen 7:30 Uhr abflog.

Um 6 Uhr fuhr uns ein Guide zum Flughafen.

Der gesamte Rückflug klappte wunderbar.

Als wir in Frankfurt ausgecheckt hatten, trennten wir uns und jeder ging seinen eigenen Weg.

Fazit:


Wir waren in der ersten Woche im Oktober am Raduta - See, dass sollte eigentlich die beste Zeit sein, zum Karpfenangeln. Trotzdem haben wir keinen, dieser dicken Carp`s auf die Schuppen legen können.
Auch in diesem schönen See, wollen die Karpfen erst mal überlistet werden.

Das heißt, sie werden keinem in den Kescher springen, man muss sich jeden Fisch erarbeiten.
Trotzdem braucht man etwas Glück und man muss zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Platz sein!


Trotz allem viele Dicke

Detlef Leither

 

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